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Hintergrund

Die Veröffentlichung des UN-Klimaberichts im Jahr 2007 und die nunmehr auch in Brandenburg entbrannte Debatte über die künftige Braunkohlenutzung zeigen die Brisanz des globalen Klimawandels auch für in Deutschland liegende Gebiete. So zählt die Lausitz nach Aussagen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) schon jetzt zu den trockensten Gebieten Deutschlands. Die langfristigen Prognosen gehen für dieses Gebiet von weiter sinkenden Niederschlägen aus und schon heute spricht das Landesumweltamt Brandenburg von einem Steppenklima in der Niederlausitz. Die langfristige Wasserverfügbarkeit in der Lausitz wird daher künftig zum Kernproblem des rasch voranschreitenden Klimawandels. Mit Blick auf sozialen Auswirkungen des Klimawandels gefährdet dies die Lebensqualität kommender Generationen in der Region und lässt eine weitere Abwanderung von jungen Erwachsenen aus der Lausitz befürchten. 

Die Spree als einer der größten Flüsse des Landes Brandenburg durchzieht die Lausitz wie eine Lebensader. Zahlreiche Wirtschaftsbereiche der Region sind von dem Wasser der Spree abhängig, wie die Landwirtschaft, der Naturschutz, der Tourismus im Spreewald oder auch die Energieerzeugung aus Braunkohle. Die zunehmende Wasserknappheit in der Region verstärkt die bereits bestehenden Interessenkonflikte zwischen den einzelnen Nutzergruppen und droht zur Gefahr der nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung in der Lausitz zu werden. Die Lebensqualität kommender Generationen in der Lausitz hängt somit entscheidend von einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser ab.

Vielen BrandenburgerInnen der Region sind die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Wasserhaushalt der Region, dem Klimawandel und den verschiedenen Nutzerinteressen jedoch nicht bekannt. Um die Zukunft der Lausitz langfristig sichern zu können, muss die Bevölkerung der Region daher über Ursachen und Hintergründe des regionalen Klimawandels informiert werden. Zudem müssen klare Handlungsoptionen für den ganz persönlichen Alltag in den jeweiligen Gemeinden aufgezeigt und zu bürgerschaftlichem Engagement motiviert werden.

Diesem generellen Informationsdefizit standen innerhalb der Region bisher keinerlei adäquaten Bildungsangebote gegenüber. Die durch das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LVLF) geförderte Maßnahme sollte daher interessierten Brandenburgern die Möglichkeit bieten, sich umfassend mit o.g. Problemstellungen auseinander zusetzen. Darauf aufbauend sollten eigene Handlungsansätze für den Klimaschutz und den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser im persönlichen Lebensumfeld der Seminarteilnehmer aufgezeigt werden.